Viruserkrankungen

Nach der Geburt erhalten die Welpen ihren ersten Immunschutz gegen diese Infektionskrankheiten über die Kolostralmilch (Muttermilch der ersten 24 Stunden), vorausgesetzt die Mutterhündin verfügt durch regelmäßige Impfungen über ein gefestigtes Immunsystem. Diese Abwehrstoffe werden vom Körper langsam wieder abgebaut, so dass der Welpe im Alter von etwa 8 Wochen über fast keinen Immunschutz mehr verfügt. Damit Welpen ein eigenes Immunsystem aufbauen können sollten sie im Alter von 8 Wochen gegen Staupe, Hepatits, Leptospirose, Parvovirose und Zwingerhusten geimpft werden.

Eine Wiederholungsimpfung nach 4 Wochen bei der dann auch Tollwut mit geimpft werden sollte, vervollständigt die Grundimmunisierung gegen diese gefährlichen Erkrankungen. Um Ihren Hund ein Leben lang gegen diese Infektionserkrankungen zu schützen sind Wiederholungsimpfungen nach Anweisung Ihres Tierarztes notwendig.

Staupe

Das Staupevirus ist auf der ganzen Welt verbreitet und auch bei uns in Deutschland kommen immer wieder Staupe Erkrankungen vor. Die Viren werden mit allen Körperflüssigkeiten ausgeschieden, selbst Tiere die keine Krankheitssymptome zeigen, können Viren ausscheiden. Die Ansteckung erfolgt beim Kontakt mit Artgenossen. Etwa eine Woche nach Infizierung zeigen sich erste Krankheitssymptome wir Fieber, Appetitlosigkeit und Mattigkeit zusätzlich kommt es zu wässerigem Augenausfluss der später eitrig wird.

Man unterscheidet drei Formen der Staupe:

  • Darmform äußert sich mit Erbrechen und blutigem Durchfall
  • Lungenform äußert sich mit Husten, Atembeschwerden und Lungenentzündung
  • Nervöse Staupe äußert sich mit Lähmungen, Krampfanfällen und Gleichgewichtsstörungen durch Schädigung des Gehirns

In den meisten Fällen erfordert eine Staupeerkrankung ein Einschläfern des erkrankten Tieres.

Parvovirose

Das Parvovirus ist seit Beginn der 80er Jahre bei uns verbreitet. Hauptüberträger der Krankheit ist virushaltiger Kot. Schon 3-7 Tage nach der Ansteckung zeigen sich die ersten Symptome mit Erbrechen und blutigem Durchfall. Die Erkrankung ist meist tödlich, da das Virus gegen fast alle Medikamente sowie Hitze, Kälte und Desinfektionsmittel resistent ist. In einem Haushalt in dem ein Hund an Parvovirose erkrankt war, kann man noch nach Monaten aktive Parvoviren finden. Um sich zu infizieren reicht es aus, wenn Ihr Hund an einem virushaltigen Kothaufen schnuppert. Selbst Sie können, ohne es zu ahnen, dieses Virus mit Ihrer Kleidung, insbesondere Ihren Schuhen in Ihr Haus einschleppen und Ihren Hund infizieren.

Hepatitis (H.C.C.)

Bei einer Infektion zeigt der Hund Appetitlosigkeit und Mattigkeit begleitet von Fieber, Nasen- und Augenausfluss. Er zeigt eine Schmerzempfindlichkeit im Bauchbereich. In vielen Fällen kommt es zu einer vorübergehenden Hornhauttrübung am Auge. Infizierte Tiere können plötzlich sterben ohne vorher lange krank gewesen zu sein. Tiere die eine Hepatitisinfektion überleben können das Virus noch monatelang ausscheiden und verbreiten. In den meisten Fällen leiden diese Tiere ihr Leben lang an einer chronischen Hepatitis.

Zwingerhusten

Zwingerhusten ist eine Erkrankung der Atemwege die durch verschieden Virusarten u.a. dem Parainflurenza- und Adenavirus verursacht wird. Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfchenübertragung und überall wo Hunde zusammenkommen z. B. Hundeplätze, Tierheime, Spielgruppen, Ausstellungen. Hier verbreitet sich diesen Virus sehr schnell. Die Erkrankung ist in den meisten Fällen nicht lebensbedrohlich, doch starker Husten beeinträchtigen die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden des Hundes extrem.

Leptospirose

Mit Leptospiren können sich sowohl Menschen wie auch andere Haustiere infizieren. Die Leptospirose wird durch Bakterien hervorgerufen. Die Erreger werden von erkrankten Tieren über den Harn ausgeschieden, aber auch Ratten und Mäuse sind potenzielle Krankheitsüberträger. Leptospiren findet man aber auch in Pfützen und stehenden Gewässer wo sie besonders lange überleben und sich vermehren können. So ist es nicht ungewöhnlich, dass sich Ihr Hund beim Trinken aus einer Pfütze oder beim Baden, besonders gefährlich im Sommer, mit Leptospiren infiziert. Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Wochen. Erkrankte Tiere leiden an Fieber, Erbrechen, Atembeschwerden, starkem Durst und vermehrtem Harnabsatz. Danach kann es zu Nierenentzündungen und Gelbsucht kommen.

Tollwut

Tollwut ist sicherlich die gefährlichste Viruserkrankung überhaupt. Eine Übertragung auch auf den Menschen kann bereits erfolgen, obwohl beim Überträger noch keine Krankheitssymptome zu erkennen sind. Die Tollwutviren werden über den Speichel übertragen, so gelangen diese über Bissverletzungen oder Schürfwunden in den Körper und von dort über das Rückenmark zum Gehirn. Je weiter die Eintrittstelle des Virus vom Gehirn entfernt liegt, desto länger dauert es, bis sich erste Krankheitssymptome zeigen. Der Hauptüberträger sowie die Krankheitssymptome der Tollwut sind sicherlich jedermann bekannt. Was jedoch nicht jedermann bekannt ist, dass für Tiere, bei Verdacht auf eine Tollwutinfektion eine sofortige Tötung angeordnet werden kann, wenn für diese kein gültiger Tollwutimpfschutz besteht.